Rugby

15. März 2006

Ole ole, hier steppt der Bär in den Pubs wenn am Wochenende Rugby ansteht. Es ist ja auch etwas Besonderes, denn der Six Nations Cup findet einmal im Jahr statt und dort treten England, Irland, Schottland Wales, Frankreich und Italien gegeneinander an. Und vor 2 Wochen spielte Wales gegen Irland und Ina wollte sich das Spiel mit mir zusammen im Pub anschauen. Ihr Mitbewohner Pete kam auch dazu, denn er musste uns bzw, vor allem mir ein wenig erklären, wie die Regeln bei diesem Kampfsport sind. Ja, es gibt welche und es ist nicht nur draufhauen und Schlammcatchen angesagt. Die wichtigsten Regeln sind:

  • Der Ball darf nur mit dem Fuß nach vorne gekickt werden
  • Beim Werfen des Balles muss der Spieler, welcher angespielt wird immer hinter dem Ballführer laufen
  • Es darf nur der Spieler angegriffen werden, der im Ballbesitz ist.

Ansonsten gilt das Motto: „Immer feste druff!“ :P Das Cider schmeckte und die Stimmung war gut und die Iren gewannen mit 31:5. Ich war mit dem Ergebnis zufrieden, denn mein Herz schlägt eher für die Iren. Aber auch die Waliser sehen das Ganze eher gelassen. Gut fand ich die Erklärung für wen denn die Waliser sind, wenn Wales mal nicht spielt. Als Antwort bekommt man dann: „Wales against another team = You are for Wales. England against another team = You are for the other team.“ Das sagt doch alles. :) Ich habe Gefallen an dieser Sportart gefunden und werde das wirklich vermissen, wenn ich wieder nach Hause fahre. Aber ab und an werden ja auch im Fernsehen Rugby-Spiele übertragen.

Rede ich mit mir selber?

14. März 2006

Hallo, hallo? Ist wer da oder schreibe ich die Texte für mich selber? Last doch mal was von euc hören, was macht ihr so? Traut euch und klickt auf den Comment-Link, das Blog beisst euch nicht. :) Wer liest das Blog überhaupt? Oder seid ihr nur schreibfaul? Keep me informed was es Neues auf dem “Festland” gibt.

Typografie & Layout

14. März 2006

Das waren 2 stressige Wochen, die ich nun hinter mich gebracht habe. Neben den Sightseeing-Touren ist hier ja auch noch studieren angesagt. Und der Abgabetermin für den Typografie & Layout Kurs von Bremerhaven stand fest und so musste ich mich ja nun entscheiden, ob ich mir einen A..tritt gebe und es zumindest versuche oder ob ich es an den Nagel hänge. Immerhin gibt es für diesen Kurs ja 6 Credits und interessant war der Kurs auch. Aber da ich den kompletten Januar und auch Teile des Dezembers verpasst habe, dachte ich, dass ich für das Endprojekt nicht genügend mitbekommen hätte um diesen Kurs erfolgreich beenden zu können.
Dennoch veruschte ich es und ihr wisst ja was das beduetet. Entweder mit vollem Einsatz oder ich lasse es lieber bleiben. Irgendwann kam der Motivationsschub und ich habe es dann bis gestern Abend zu Ende gebracht. Zu meinem Glück wurde der Abgabe-Termin um eine Woche verschoben, denn sonst wäre ich nicht fertig geworden. :) Aber was war denn das eigentliche Projekt und was sollten wir in dem Kurs überhaupt machen? “Well, let’s start” :P Insgesamt waren 9 Übungen über das Semester anzufertigen, von denen ich bis vor 3 Wochen nur 3 fertig gemacht hatte. Gegenstand der Übungen war z.B. das Freistellen & Retusche eines Bildes, Layout eines Textes mit Bildern, Einarbeitung in das Layoutprogramm Quark Express, Webseiten unter Verwendung von CSS gestallten und eine Bildanalyse. Es folgte das eigentlich Projekt, die Erstellung eines Print-Magazin mit mindestens 12 Seiten, sprich 4 Doppelseiten inklusive Cover. Außerdem sollte ein Prototyp für die entsprechende Webseite des Magazins erstellt werden.
Die Scanner der Uni waren nicht gerade berauschend, aber irgendwo muss man ja Abstriche machen. Eine OCR-Software war auch nicht installiert, also ging es ans Abtippen und Umtexten der Texte. Nach einigen Wutanfällen, Schokoriegeln und Frustattacken habe ich es dann nun fertig gebracht, dass ich Printmagazin samt Webseite abgegeben habe. Juchu. Aber Durchatmen ist nun auch nicht. Obwohl, heute Abend werde ich mich ausschließlich um dieses schöne Weblog hier kümmern, denn ich muss euch ja noch von den letzten 2 Wochen berichten. Und ein paar Fotos bin ich euch auch schuldig.

Morgen geht es …

10. März 2006

… nach Swansea. Gerade frage ich mich jedoch, ob man sich darauf freuen kann?! Ich habe nämlich einen erschreckenden Bericht gefunden (klick), indem Swansea als die Stadt mit dem meisten Regen in Großbritannien gehandelt wird. Wer keine Lust hat den Artikel zu lesen, der bekommt zumindest nun in Kurzform mit, was einen ins Grübel bringt. Irgendein bekannter Einwohner von Swansea sagte in einem Interview folgende Tatsachen über die Stadt bezogen auf das Wetter:

  • There’s an old saying in Swansea which goes, ‘If you can see Mumbles Head it is going to rain - if you can’t, it is raining’.
  • One thing I do know though is that Swansea has a magnificent beach it never uses. A lot of other towns on the coast, like Hastings for instance, have shops and restaurants spilling onto the beach. We’ve got a prison and a big council building.
  • Ok, das lässt ja tief blicken, aber ich werde mich ja von der Schönheit der Stadt selber überzeugen dürfen. Zumindest soll es morgen leicht bewölkt sein und erst nachmittags regnen.

    Cardiff Sightseeing-Tour

    9. März 2006

    Endlich komme ich mal dazu die letzten 2 Wochen Revue passieren zu lassen. Leider bin ich noch ein wenig im Stress. Das übrigens nicht nur, weil ich noch so viel vom Land sehen möchte, sondern eher durch die Projekte, die nun anstehen. Letzten Sonntag sollt Abgabetermin für Typografie & Layout sein (einer der Kurse vom Wintersemester aus Deutschland). Am Samstagabend schaue ich noch mal auf die Webseite des Dozenten und muss feststellen, dass wir noch eine Woche mehr Zeit bekommen haben. Das war auch bitter nötig, denn sonst wäre ich gar nicht fertig geworden. Aber davon wollte ich ja nun nicht sprechen, denn sonst bin ich morgen noch am Schreiben.
    Es ging also um 9 Uhr los, da wir ja soviel unternehmen wollten. Mit Tram und Bus ging es dann zuerst in das National History Musem St. Fagans. Um diese Uhrzeit war noch nicht viel los und es war ein so schöner Tag. Sonnenschein pur und auch der Wind war nicht zu eisig, so dass man sich nicht mehr hätte wünschen können. :) Das Museumsgelände ist sehr groß und die alten Häuser sind sehr dunkel und urig. In jedem alten Haus brannte ein Feuer im Kamin und so stank es zwar ziemlich markant nach Rauch, aber man konnte sich die Hände schön wärmen. Es gab so viel zu sehen und ich habe soooooo viele Fotos gemacht. Einen Teil davon findet ihr auch im Fotoblog.
    Es gab sogar Tiere dort und so konnte ich mich davon überzeugen, dass es weder Vogelgrippe

    Ente im St. Fagans Museum

    noch Schweinepest

    Schweine im St. Fagans Museum

    und auch kein BSE

    Kuh & Kalb im St. Fagans Museum

    zu finden war. :P Es gab ja so viel zu sehen und man wollte ja nichts verpassen. Also liefen wir durch den ganzen Park. Was natürlich nicht fehlen durfte war ein Kreis, ob nun aus Holz oder Stein, Hauptsache es handelt sich um ein kreisförmiges Gebilde.
    Besonders interessant fand ich die Keltensiedlung. Wie in fast allen alten Häusern ist es auch dort sehr rauchig und dunkel.

    Holz-Kreis im St. Fagans Museum

    Es gab auch eine kleine Kapelle auf dem Gelände, wo wir uns 30 Minuten mit einem walisischen Opi unterhalten haben. Über Gott und die Welt könnte man sagen. Man glaubt gar nicht wie sehr die Waliser über die Engländer lästern können. Eine kleine Spracheinweisung in walisisch haben wir nun auch hinter uns, obwohl ich schon wieder fast alles vergessen habe. Wirklich verstehen tut man da eh nichts, aber das „Guten Tag“ hört sich verblüffend ähnlich an. :P Weiter ging es nun Richtung St. Fagans Castle und der Opi aus der Kapelle erklärte uns, dass es sich früher um eine Festungsanlage gehandelt hat. Und was stand denn da am Wegesrand? Ein echter Meilenstein.

    Alter Meilenstein im St. Fagans Museum

    Wer demnächst einen Projektplan austellen muss, der kann an diesen dicken Brocken denken und vielleicht sollte man sich vorher überlegen, ob man sich so ein Teil ins Büro stellen möchte. :P Auf dem Gelände des Museums hat übrigens die Schlacht um St. Fagans statt gefunden. Irgendwann wurde aber aus dem Castle ein Herrenhaus und von d
    er Festungsanlage ist nur noch ein Teil der Außenmauern erhalten geblieben. Der Blick auf die Castle Terrace ist selbst im Winter atemberaubend schön, oder findet ihr nicht?

    Blick auf das alte Gelände des Castle im St. Fagans Museum

    Natürlich gehört zu einem Herrenhaus auch ein Garten und dort konnte ich ein paar Blümchen finden. Die Vorboten des Frühlings. :)

    Krokus im St. Fagans Museum

    Der Rosengarten wurde zurzeit umgebaut und es lohnt sich bestimmt diesen zu besuchen, wenn man St. Fagans besucht.
    Es war dann schon 15.30 als wir aus dem Herrenhaus kamen und wir wollten noch frisches Brot aus der St. Fagans Bäckerei holen. Leider war dieses dann ausverkauft. Dafür kaufte ich mir ein Bara Brith. Dabei handelt es sich um einen walisischen Früchtekuchen. Dieser schmeckt lecker, wenn man ihn zum Frühstück oder zur Tea Time ist und erinnert an einen Gewürzkuchen, da Gewürze wie Kardamom, Zimt, Zitronat und in schwarzem Tee eingelegte Rosinen enthalten sind. :) Ok, St. Fagans war nun geschafft, es war 16.30 und wir fuhren mit dem Bus zurück nach Cardiff. Auf den Weg zum National Museum oder der Kirche mussten wir uns erst gar nicht mehr begeben, denn als wir in Cardiff Central Station ankamen war es bereits 17.15 und selbst die Geschäfte schließen so langsam um diese Uhrzeit. Also bummelten wir noch ein wenig rum und dann ging es um 18:30 in Kino. Wir schauten uns Casanova an und wollten danach noch etwas trinken gehen. Damit ihr euch mal vorstellen könnt, wie laut es dort ist habe ich ein kleines Video (*klick*) gefilmt. Nachdem wir dann mehr Polizisten sahen als gewünscht (auf dem Video zu erkennen an den neon-gelben Westen) und die Pubs voll waren entschieden wir uns doch schon nach Ponty zu fahren, denn dort gibt es auch nette Pubs und von dort aus müssen wir nur noch nach Hause laufen und sind nicht auf den letzten Zug angewiesen. Nach ein paar Cidern ging es dann ins warme Bettchen.
    Die nächsten Tage folgen dann die weiteren Berichte, obwohl ich schon gar nicht mehr hinterher komme, denn ich habe noch mindestens 5 Einträge vor mir bevor ich auf dem heutigen Stand wäre. Und am Samstag geht es ja schon wieder weiter. Oh je…
    Ich hoffe ihr freut euch schon gespannt auf die nächsten Berichte. Keep Smiling :)

    Buchsbaum mit Gesicht im St. Fagans Museum

    Schneeeeeee!!!

    28. Februar 2006

    Ole ole, es schneit hier gerade. Unglaublich, aber war. Ob er liegen bleibt? Ich glaube es nicht, aber dennoch erstaunlich, wo es doch seit 8 Jahren hier angeblich nicht mehr geschneit hat. Und warum ist es gerade dieses Jahr so kalt? ;) Hm, die Wetterstation spinnt dann ja auch, denn da wird Sonnenschein mit leichter Bewölkung angezeigt. Das Wetter ist schon irre hier.

    Sonnenbrand

    26. Februar 2006

    Aloa oder vielleicht besser Servus! Ich fühle mich ein wenig wie im Skiurlaub. :) Der Grund dafür ist, dass ich mir gestern einen leichten Sonnebrand im Gesicht angelacht habe. Dazu kommt dann noch, dass ich gestern Morgen auf dem gegenüberliegenden Berg/Hügel auf der Kuppe eine Schneedecke entdeckt habe und mir am Nachmittag im Freilichtmuseum eine Gruppe Österreicher begegnet ist.
    Ich habe hier ja mit allem gerechnet, aber nicht mit Sonnenbrand. Es ist ja auch nur ein Ansatz und man sieht es auch kaum. Der gestrige Tag war bitterkalt durch den starken Wind, aber einen wolkenlosen Himmel sieht man hier nicht jeden Tag. Mehr zu Cardiff folgt heute am Abend, denn gleich muss ich ja los in den Pub, denn um 15 Uhr beginnt das Rugbyspiel Irland - Wales.
    Bis später…

    Wetterstation

    24. Februar 2006

    Ich hab nun auch endlich eine Wetterstation in meinem Blog. Es dauerte natürlich ein wenig, bis ich es an der richtigen Stelle hatte, aber nun sollte es funktionieren. Ihr findet die Wetterstation auf der rechten Seite in der Menüleiste. :) Dort wird immer das aktuelle Wetter von Cardiff angezeigt. Pontypridd ging leider nicht, aber im Prinzip ist das Wetter meistens identisch.

    Terminplanung

    24. Februar 2006

    Nachdem ich ja nun die letzte Woche krank war und dadurch auch 2 Wochenenden ohne Sightseeing verbracht habe, wird es nun eng. Es gibt so viel zu sehen und ich habe nur noch ein paar Wochenenden dazu Zeit. :( Aber man kann noch alles halbwegs unter einen Hut bringen, wenn denn nun nichts mehr dazwischen kommt. Aber dazu musste nun erstmal eine Zeiteinteilung vorgenommen werden, denn sonst gammelt man nur rum und hat am Ende nix davon. Die straffe Zeiteinteilung sieht wie folgt aus:

    25.02.06 Cardiff - National Museum, St. Fagans, Kirchen, Kino, Pub
    26.02.06 Pub: Rugby Wales-Ireland
    03.03.06 Caerphilly Castle - Caerphilly Castle, Lidl
    04.03.06 Bridgend - Bridgend Celtic Parade
    08.03.06 Pontypridd - Round House
    09.03.06 Rhondda Heritage Centre, Llancaiach Fawr Manor House
    11.03.06 Swansea & Port Talbot
    12.03.06 Castle Coch
    13.03.06 Merthyr Tydfil - Stadtbummel, Cyfartha Castle, Art Gallery
    15.03.06 Pontypridd - Museum, Park
    18.03.06 Caerleon & Newport - Roman Museum, Caerleon Castle
    19.03.06 Barry Island & Penarth - Strand, Küste
    22.03.06 Treherbert - Stadt anschauen
    24.03.06 Aberdare - Stadt anschauen
    25.03.06 - 26.03.06 Weekend Tour - Tour 1: St. Davids, Pembroke, Tenby & Carmarthen (Fishguard) oder Tour 2: Bristol, Bath, Salisbury & Stonehenge

    Jaja, da hab ich viel vor und ich hoffe, dass das Wetter mitspielt und es nicht mehr so kalt ist. Mal schauen welche netten Dinge mir vor die Linse laufen.
    Los geht’s am Samstag nach Cardiff. Da war ich zwar schon mal, aber beim letzten Besuch habe ich ja das Castle besichtigt. Diesmal ist es eine Museums-Tour. Mal schauen, was es da alles zu sehen gibt. Wen es interessiert, der kann sich die folgenden Webseiten anschauen. Dort gibt es Infos zu den ganzen Sehenswürdigkeiten, die ich mir anschauen möchte:

    Cardiff allgemein:

  • BBC: 360° Video von unterschiedlichen Plätzen in Cardiff
  • Wikipedia: Cardiff
  • Museen:

  • Wikipedia: National Museum Cardiff
  • Offizielle Webseite: National Museum Wales
  • Wikipedia: St. Fagans Museum of Welsh Life
  • Offizielle Webseite: St. Fagans - National History Museum
  • BBC: 360° Video vom Museum
  • Kirchen:

  • Wikipedia: Llandaff Cathedral
  • Offizielle Webseite: Llandaff Cathedral
  • Offizielle Webseite: St. John the Baptist Parish Church
  • Abends soll es dann im Kino den Film „Casanova“ anschauen und anschließend ein Cider im Pub schlürfen. Ich bin mal gespannt, ob der vollgepackte Zeitplan für Samstag nicht ein wenig zu viel ist. Aber das werde ich euch dann anschließend berichten.

    Emergency

    24. Februar 2006

    Nach langer Zeit mal wieder ein paar News aus Wales. Leider war ich die letzten 2 Wochen verhindert, da ich lieber im Bettchen geblieben bin.
    Aber wie kam es denn überhaupt dazu, dass ich krank wurde bzw. was wurde hier vom Gesundheitssystem geleistet? Nicht viel, um es mal auf den Punkt zu bringen. :( Freitagabends fing alles an. Ich bekam Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Den Samstag über kam dann Fieber hinzu und die Rückenschmerzen wurden schlimmer. Der erste Gedanke ging an meine Nieren, die ja sehr anfällig sind und mit denen ich keine Späßchen treiben sollte. Ok, was tut man da? Ich versuchte mich im Internet schlau zu machen, ob es einen Notdienst gibt, der nicht gleich im Krankenhaus endet. So was gibt es hier nicht oder ich habe es nicht wirklich gefunden. Auf der Uni-Webseite fand ich auch nicht die passenden Informationen. Also fragte ich meine Mitbewohnerin Sofia um Rat. Sie sagte mir, wo das Krankenhaus wäre, in welchem Sie mit ihrem gebrochenen Fuß behandelt wurde. Dort rief ich dann am Samstagabend and und wurde an eine Hotline verwiesen, die Notfälle entgegennimmt und die nötigen Schritte einleitet. Also rief ich dort an. Der Service nennt sich Primecare und ich wurde von einem zum anderen Mitarbeiter weitergereicht. Zum Ende hin sagte man mir, dass man mir eine Ambulanz schicken könnte, die mich dann ins Krankenhaus bringen würde, da das Krankenhaus noch bis 2 Uhr nachts Notfälle behandelt. Das wollte ich ja nun auch nicht. Also sollte ich am nächsten Morgen anrufen, weil man dann einen Termin mit dem Krankenhaus vereinbaren könnte. Gesagt – getan. Am nächsten Morgen rief ich dort wieder an und bekam für nachmittags einen Termin. Dort schleppte ich mich dann mit dem Bus hin, denn dann Krankenhaus ist 20 Minuten mit dem Bus entfernt.
    Nach 1,5 Stunden warten kam ich dann endlich an die Reihe. Mir wurde schon bei dem Gedanken schlecht, dass dieser ekelig aussehende, dickleibige Inder mein Arzt sein soll, der in einem grauen Anzug und beladen mit Goldekette und Ringen vor mir stand. Na ja, im Notfall macht man ja Abstriche. Ich wurde nicht angebracht untersucht und nur durch einen Urintest festgestellt, dass ich eine Niereninfektion hatte. Na toll, das hätte ich ihm auch gleich sagen können. Er verschrieb mir Tabletten, sagte mir aber nicht für was ich die nehmen sollte. Er faselte was von Schmerzlinderung und dass es schon besser werden wird und ich solle zu meinem Hausarzt gehen. Auf meinen Einwand, dass ich keinen habe ging er nicht ein und auch sonst war ihm alles ziemlich egal. Er fing an von Deutschland zu labern, dass er selber 2 deutsche Autos hätte, einen Mercedes natürlich und dass er auch schon einmal in Deutschland bei einem Bekannten war und ob ich diesen kennen würde. Hallo?! Geht’s noch?! Auf meine Frage, wo ich denn die Medikamente bekommen könnte, sagte er ganz nüchtern, dass ich am selbigen Abend nur von 6.00 pm – 7.00 pm in Cardiff eine Apotheke finden könnte, die an einem Sonntag geöffnet hätte. Das war zu viel für mich und ich brach in Tränen aus. Dann kam die Rezeptionistin und beruhigte mich und sie erklärte mir das, was ich eigentlich wissen wollte. Der dumme Arzt hat das einfach nicht gerafft oder ihm war das egal. Sie hat mir dann auch 4 Tabletten gegeben, damit ich nicht in dem Zustand am Abend noch nach Cardiff fahren musste. Damit fuhr ich dann nach Hause und hoffte auf Besserung. Aber am Abend bekam ich dann noch Husten und Schnupfen und das Fieber stieg weiter.
    Am nächsten Tag sollte ich ja eigentlich meine Datenbank-Klausur für Deutschland schreiben, was in diesem Zustand natürlich nicht ging. Mir wurde gesagt, dass ich zum Health Centre der Uni gehen soll um dort einen Arzt aufsuchen zu können. Dort wurde ich von einer „Nurse“ abgespeist, dass das Medikament schon das richtige sei und ich nicht zu einem Arzt gehen bräuchte oder auch nicht gehen könnte, weil ich nicht registriert sei. Nachdem ich aber weiterhin fragte bekam ich ein
    en Zettel mit einer Nummer von einer Arztpraxis. Da rief ich dann direkt an und wurde auf einen Termin am Donnerstag verwiesen. Ich bat um einen früheren Termin, da es sich um einen Notfall handeln würde. Kein Erfolg, ohne Termin würde nix gehen und vor Donnerstag wäre alles ausgebucht. Ok, bis dahin hatte ich also nicht viel mehr erreicht als mir in der Apotheke das Medikament zu holen und auf Donnerstag zu warten, in der Hoffnung, dass es mir bis dahin ohnehin besser gehen würde.
    Die Nächte waren schlimm trotz Tabletten gegen Fieber und Antibiotikum ging das Fieber nicht wirklich runter und ich musste 2 Mal pro Nacht meine Klamotten wechseln. :/
    Am Dienstag wurde es immer noch nicht besser und ich rief erneut beim Arzt an und fuhr mittags direkt zu der Praxis. Dort wurde ich dann von einer Ärztin empfangen, die zumindest ein wenig mehr Verständnis hatte und mir ein anderes Antibiotikum verabreichte. Aber eine vernünftige Untersuchung bekam ich dort auch nicht. Sie wollte einen Termin mit einem Spezialisten vereinbaren, den ich dann aber privat zahlen müsste. Diesen Termin würde ich per Post zugeschickt bekommen, da diese meistens sehr lange Wartezeiten haben. Dazu habe ich dann nichts mehr gesagt, mir meinen Teil gedacht und die anderen Medikamente in der Apotheke geholt. Aber immerhin bekam ich von der Ärztin die lang ersehnte Krankschreibung, die mir vorher keiner geben konnte. Immerhin etwas habe ich erreicht. Na ja, wäre es nicht besser geworden, dann hätte ich ja wieder zu dieser Praxis gehen können. Oder aber ich wäre nach Hause geflogen.
    Eine Woche später war das Schlimmste überstanden, das Fieber ging langsam runter. Aber ob das nun alles so richtig war bezweifle ich. Zum Glück hatte ich mir vor meiner Abreise alle nötigen Medikamente besorgt, die man eventuell für Husten, Schnupfen und Fieber braucht. Und ich kann jedem nur raten, dass er sich mit genügend Zeug eindeckt bevor er sich auf den Weg nach Großbritannien macht, denn das Gesundheitssystem ist zum Kotzen. Wirklich geholfen wird einem hier nicht und ich komme mir vor wie im Mittelalter.