Archiv für die Kategorie „Auslandssemester“

Pi - la - tes

Montag, 23. Januar 2006

Die guten Vorsätze für das neue Jahr sollen ja hier in Wales eingehalten werden und so habe ich mich im Sports Centre der Uni zu einem Pilates-Kurs angemeldet. :
Da wusste ich noch nicht, was das überhaupt ist. In der Beschreibung Stand nur, dass man die Beweglichkeit und Körperhaltung verbessert. Und wenn Madonna und JLo das auch machen, dann möchte ich das natürlich auch mal ausprobieren.
Was ist denn Pilates nun wirklich? Wen es interessiert, der sollte sich die beiden Links anschauen:

  • Pilates auf Wikipedia
  • Übungen und Geschichte von Pilates
  • Ok, am nächsten Tag hatte ich Muskelkater im Bauch und Schulter und ich glaube, dass dies auch das Ziel war.
    Der Kurs selber war diesmal zumindest nicht sehr anstrengend, obwohl ich das gehofft hatte. Denn so fühlte ich mich ehrlich gesagt so, als hätte ich nix gemacht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass erstmal alles erklärt werden musste und woran man denken muss. Mir werden auf jeden Fall der Leitsatz so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen: Hook the head, push the belly button in, zip up and shoulders down. Das heisst so viel wie: Gerade stehen und dabei den Kopf strecken, Bauchnapel einziehen und Bauchmuskulatur anspannen, Becken nach vorne kippen und die Schultern nach hinten unten drücken. Dabei sollte und darf man das Atmen nicht vergessen. :) Am Mittwoch geht’s dann weiter.

    „Ca alors“ and „frudedada“

    Samstag, 21. Januar 2006

    Letzten Montag war es dann endlich soweit und ich hatte meinen ersten Tag in der Uni. Endlich wieder früh aufstehen! ;) Naja, der erste Tag ist ja bekanntlich nur zum Beschnuppern und dazu kam direkt die Ernüchterung: Allein mit 52 Franzosen, die aus 3 unterschiedlichen Städten in Frankreich kamen. Das kann ja was werden. Aber auch ein paar Mädels sind dabei. Dummerweise sind sie so kommunikativ wie ein Stück Brot. Das erste Gespräch war auch dann direkt das beste Beispiel, wie es hier abgeht. Ich wurde angesprochen, aber natürlich auf Französisch. Als ich ihm, sogar in seiner Landessprache, antwortete, dass ich nicht gut Französisch sprechen kann und er bitte auf Englisch mit mir reden sollte, da sagte er gar nix mehr, drehte sich um und sprach mit seinen Kommilitonen in seiner Landessprache weiter. Nun gut, am ersten Tag denkt man noch, dass es eine Eingewöhnungsphase benötigt. Aber die ganze Woche über besserte es sich nur leicht. Immerhin spricht jetzt ein Franzose mit mir und begrüßt wurde ich einen Tag sogar mit „Guten Morgen“. Vielleicht geschehen hier doch noch Wunder. :) Aber mich schreckt hier ja nix mehr ab. Immerhin weiss ich, in welchen Räumen ich wann zu sein habe und muss nicht wie die Lemminge ähm Franzosen in Gruppen suchen gehen. Die Damen und Herren haben es bis auf einen, der mir unscheinbar (20 m hinter mir) folgte, nicht fertig gebracht den Termin zu behalten und sind heute Morgen prompt im falschen Raum gelandet. Und wenn man sie was auf Englisch fragt, dann kann man auch ein Tonband 3 Mal laufen lassen, in der Hoffnung, dass sie es nach dem 3. Mal verstanden haben. Nein, ich bin nicht gehässig nur finde ich ein wenig Selbständigkeit angebracht. Es ist ja nicht so, dass sie schon das Trimester nicht bezahlen müssen, nein sie bekamen sogar die Wohnungen von der Uni zur Verfügung gestellt. Ok, diese müssen sie bezahlen, aber sie mussten sich um nichts kümmern. Die machen nun Kurse und wissen noch nicht einmal wie die Fächer heißen. Aber was nicht tötet härtet ab und ich box mich hier schon durch.
    So lerne ich halt nebenbei noch Französisch und zu Hause ein paar portugiesische Worte. So heißt z.B. „frudedada“ (oder wie man das auch immer schreibt) Hufeisen. Keine Ahnung, wie wir darauf gekommen sind, aber man weiß sich ja zu helfen, wenn man das englische Wort nicht auf Anhieb weiß. Zur Not gibt es noch Hände und Füße. ;) Aber es gab diese Woche doch noch eine erfreulich Neuigkeit, denn ich muss dank den Franzosen nur bis Ende März in Wales verbringen und muss nach den Spring Breaks nicht wieder zurück. Juhu, also haben die Franzosen doch noch was Gutes, da sie nur bis Ende März bleiben und die Kurse nur für sie konzipiert wurden. Mit meinem Vermieter ist auch schon alles geklärt und somit bin ich am 1. April wieder in „good old Germany“. Und nein, das ist kein vorgezogener Aprilscherz! ;) Morgen geht es mit den International Students auf eine kleine Entdeckungsreise. Ziel ist ein Bergbaumuseum hier in der Nähe. Da bin ich mal gespannt. Die Digicam geht natürlich mit auf reisen und vielleicht kann ich euch am Sonntag schon mit neuen Fotos aus der Gegend erfreuen. Angeblich soll sogar das Wetter mitspielen. :) Ach, ich hab ja noch den tollen Pilates-Kurs noch gar nicht erwähnt. Ach, das mach ich dann morgen Abend. Ein wenig Spannung muss ja bleiben.

    Dinge, die die Welt verändern

    Mittwoch, 18. Januar 2006

    Ach ja, es wäre ja schön, wenn ich euch davon berichten könnte, dass mein Internet nun endlich funktioniert. Na, das wäre doch mal ein Fortschritt. Und ich verrate euch nun, ob Träume doch noch wahr werden. :) Erstmal wollte ich mein Glück über den Internetzugang der Uni versuchen. Dazu musste man sich durch 2 Registrierungen durchklicken. Dann war es endlich so weit und dem Internet stand nichts mehr im Wege. Soweit die Theorie. Für die Rechner der Uni klappte das nun zumindest. Der nächste Versuch stand bevor – klappt das nun auch alles so schön mit meinem Notebook? Übrigens benutzen die Waliser nie das Wort Notebook und schauen mich dann wie ein Auto an. Hier spricht man von Laptop. Nun gut, Den Adapter für den Stecker hatte ich ja mit und sonst auch alles: Headset, Akku, Maus und Netzteil. So, da saß ich nun in einem anderen Raum, wo alle Notebook- ehm sorry – Laptop-Besitzer untergebracht werden und versuchte ins WLAN zu kommen, was im ganzen J-Block der Uni vorhanden sein soll. Denkste, überall vielleicht, aber nicht im Erdgeschoss wo das große Computerlabor ist. Irgendwie schon ein wenig unsinnig, oder? Überall nur nicht da, wo man davon ausgeht. Den etwas undeutlich sprechenden HelpDesk-Mitarbeiter wollte ich damit nun nicht nerven. Ok, dann benutze ich halt doch das Netzwerkkabel, welche glücklicher Weise an jedem Arbeitsplatz vorhanden ist und von der Netzwerkdose runterbaumelt. Hm, und nun? Ich versuche mal den Internet-Explorer zu öffnen und werde prompt nach meiner Student-ID und Passwort gefragt. Danach kommt eine böse Fehlermeldung, dass ich keine Berechtigung hätte. Ok, wieder zurück zum HelpDesk-Mitarbeiter, der sich irgendwas in den nicht vorhandenen Bart nuschelt und meinte, ob ich dafür denn schon freigeschaltet wäre. Nö, natürlich nicht, aber das hätte er sich auch denken können, wenn ich noch nicht einmal wusste, wo der Laptop-Raum ist und wie man sich überhaupt registrieren soll. Nach einer weiteren Registrierung klappte nun auch wirklich der Zugang zum Internet über mein Laptop.
    Da war die Freude groß, zumal ich so endlich arbeiten konnte. Danach wollte ich dann noch eine Runde World of Warcraft zocken. Zu früh gefreut. Arbeiten ging zumindest, aber alles weitere nicht. Kein Teamspeak, kein WoW und auch kein normales ICQ. *grummel*
    Na toll, da war die Freude wieder dahin. E-Mails abrufen ging auch nicht und ich habe die Befürchtung, dass außer den Ports 80 zum Browsen und 21 für FTP keine weiteren Ports offen sind.
    Da kommt nun schon mein bekannter Satz, dass ich wohl weiterhin auf Carlos warten muss. Wann ist denn endlich Sonntag?! :( Samstag kam Genio vorbei, unser Vermieter und somit war der Zugang zum Internet in Sicht. Und wieder ein Rückschlag, denn durch die Sicherheitseinstellungen kam ich dennoch nicht rein und auf die Routerkonfiguration hatte keiner Zugriff.
    Irgendwann war dann endlich Sonntag und seit dem habe ich nun auch Internet zu Hause. *freu*

    It’s raining …

    Dienstag, 10. Januar 2006

    Gestern machte ich mich auf den Weg zur Uni um Informationen zu meinem Studium zu bekommen und was ich alles zu erledigen habe, damit ich eingeschrieben werde und meine Student Card bekomme, ohne die nix geht. Naja, Weg kann man das nicht nennen, denn bis zu dem Eingangstor sind es von mir zu Hause aus gerade mal 200m. :) Es stellte sich heraus, dass ich glücklicherweise so nah an der Uni wohne und es mir daher nicht so viel ausmachte gleich 3 Mal hin und her zu watscheln, denn weder um 12 Uhr noch um 14 Uhr bekam ich die gewünschte Information, da der Ansprechpartner entweder in einer Sitzung oder Unterricht hatte. So wurde ich auf 16 Uhr vertröstet und selbst dann bekam ich die Info von einer anderen Dame. Das Ergebnis: Sie selber konnte mir auch nicht weiterhelfen, aber sie wusste wo ich hin gehen muss. „Just go to the G building and in the 7th floor ask for Melanie. But she isn’t in today, just try it tomorrow.“ Ok, wieder nix, aber ich lass mich ja nicht so leicht abschrecken.
    Gestern Abend klopfte es an meiner Tür und dort stand ein Portugiese und ein Finne. So langsam glaube ich, dass ich nicht in Wales bin, denn ich habe nie mit Briten Kontakt und wohne zusammen mit Portugiesen in einem Haus. Ok, es war ja niemand da, also konnte ich ihnen nicht helfen, oder doch?! Jani, der Finne hatte ein Problem mit seinem Notebook und ich bot ihm meine Hilfe an. Leider stellte sich heraus, dass er dummerweise mehrere Dateien von seinem Betriebssystem gelöscht hatte und er so nicht booten konnte. Da konnte ich ihm auf die Schnelle auch nicht helfen. Aber so lernt man schließlich neue Leute kennen.
    Später kam dann Jose, einer meiner Mitbewohner, den ich schon im August kennengelernt hatte. Aber das ist leider nicht der „Internetmann“ und so muss ich weiter warten. :/
    Heute war dann Registration Day und ich wollte nicht ohne eine Student Card aus der Uni gehen. Ok, also in den 7 Stockwerk und mich durchgefragt, bis ich endlich bei einer Melanie stand und sie mir das Formular aushändigte. Das war aber nicht alles, denn ich durfte danach noch zur eigentlich Student Registry, denn nur die können die Karte aushändigen. Also den Hügel runter und hoffen, dass man nicht in eine große Wasserlache patscht. Der Grund? Natürlich Regen. Ich gaube, dass hier demnächst der Studiengang Regenologie angeboten wird, denn Regen ist nicht gleich Regen. Heute waren es auf jeden Fall dicke, senkrecht fallende Tropfen. Die Straßen der Uni wurden kurzer Hand zu Sturzbächen und Seenplatten. Aber die Briten stört dies kaum. Sie laufen in aller Ruhe und nur im Sweatshirt und Rucksack durch den Regen und bleiben sogar für ein Pläuschchen stehen, obwohl 10 Meter weiter eine Unterstellmöglichkeit wäre. Die Unterhaltungen sind nervenaufreibend „Hello, what a fucking weather, isn’t it?“ „Yes, of course. It won’t Stopp until Thursday…“ Ach ja, es gibt ja noch Regenschirme, aber selbst mein kleiner Knrips tropfte ab und an durch die Wassermassen.
    Und die guten Vorsätze für das neue Jahr können hier auch durchgeführt werden und so habe ich mich heute für einen Pilates-Kurs angemeldet. Nächste Woche geht es los. :) Morgen kann ich mich dann angeblich im Computer-Labor anmelden und dann dort auch mit meinem Notebook ins Internet. Das werde ich dann mal in Angriff nehmen.

    Die Reise

    Montag, 9. Januar 2006

    Es war einmal … *cut* - Also so kann man die Reise nicht beschreiben, aber dennoch könnte man davon ausgehen, dass alles wie in einem Film passierte.
    Aber womit fing nun alles an? Ach ja, die fahrt nach Düsseldorf. Vor ein paar Tagen sagte euch ja noch, dass ich eh nicht mehr als einen Koffer, einen großen Rucksack und meine Notebook-Tasche schleppen könnte. Selbst das war fast unmöglich. Denn der Koffer war so schwer, dass er definitiv mehr als 35 Kilo wog, denn soviel hatte ich schon mal drin und das klappte halbwegs gut damals.
    In Düsseldorf angekommen durfte ich mir auch direkt ein Bild davon machen, wie schwer das Gepäck nun wirklich ist, denn mit Rucksack und Koffer ging es dann erst mal quer über den Bahnhofsplatz und noch 2 Ecken weiter bis endlich der Busbahnhof zu sehen war. Dort wurde ich auch schon direkt von einer Britin angesprochen, ob man hier richtig stehen würde um nach London zu fahren.
    Der Bus war sogar halbwegs pünktlich und er war ausgebucht bis auf den letzten Platz. Dementsprechend überfüllt war auch das Gepäckfach. Ein wenig Maulerei vom Busfahrer wegen dem schweren Koffer konnte mir da noch nichts anhaben. Immerhin stand nichts über Maximalgewicht in meinen Reiseunterlagen.
    Ok, irgendwann kamen wir dann nach Maastricht und Brüssel in Calais an und dort mussten wir durch 2 Grenzkontrollen. Hier wurde schon klar, was uns auf der Insel erwarten sollte. Bei den Franzosen gab es 2 Reihen und alle knubbelte sich. Bei der britischen Kontrolle gab es nur eine einzige Reihe, die in Schlangenlinien durch den gesamten Raum führte. Am Ende dieser Stand ein Grenzbeamter, der mit einem netten „Hello“ und der entsprechenden Nummer vom Schalter, zu dem man dann gehen sollte, weitergeleitet wurde. Es war schon erschreckend, dass alle Personen aus EU-Ländern innerhalb von 10 Sekunden abgefertigt wurden und an den Schreibpulten zum Ausfüllen von Formularen sich die Massen häuften. Unser Bus war wie oben erwähnt ausgebucht und über die Hälfte der Leute mussten solche Scheine ausfüllen. Was wollen die nur alle da?!
    Wir verließen Calais mit Sternenhimmel und wurden von Dover im Regen begrüßt. Wie passend dachte ich mir da. In London gab es dann um 6 Uhr den Zwischenstopp und man konnte sich ausgiebig erfrischen bevor es um 8 Uhr weitergehen sollte. Die Betonung liegt auf sollte. Es wäre ja zu einfach gewesen, wenn alles reibungslos verlaufen wäre. Da gehe ich vorsichtshalber zum Check In Schalter um mich zu vergewissern, dass ich keinen Check In benötige und mein Ticket ausreicht, obwohl keine Uhrzeit vermerkt ist und es beim letzten Mal deswegen Probleme gab. Und dann sagt mir der Busfahrer, dass er mich nicht mitnehmen kann, weil keine Uhrzeit drauf steht. Ja wo sind wir denn da? Ich solle mir beim Check In eine Platzreservierung holen. Ich also wieder zurück und der Kerl sagt mir, dass ich keine brauche. Nach langem hin und her schreibt er dann einfach ne Uhrzeit drauf reserviert den Platz nach und der Busfahrer ist mit dem Vermerk zufrieden.
    Irgendwann kam ich dann in Cardiff an und von da aus mit dem Bummelzug nach Treforest. Für die Treppe brauchte ich dank meinem Gepäck eine Ewigkeit und ich musste mich dann in Treforest beeilen, denn ich war mit meinem Vermieter verabredet. Also kroch ich mit meinem Gepäck den Hügel hinauf.
    Genio, mein Vermieter hatte mir extra die Heizung am Vorabend eingeschaltet, weil meine Mitbewohner noch im Winter- bzw. Heimaturlaub sind. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Alleine im Haus und das schlimmste war ja, dass ich kein Internet hatte, da ich die Zugangsdaten für das WLAN nicht habe und es vermutlich ausgeschaltet ist. :( Naja, aber da gab es keine Zeit zum Schmollen, denn ich musste mir ja noch was zu Essen besorgen. Die meisten Geschäfte machen hier am Samstag um 17 Uhr zu oder sogar noch früher?! Also auf nach Pontypridd – zu Fuß!!! Als hätte ich nicht schon genug geschlappt, so trug ich nach dem Einkauf 5 kleine T
    üten mit mir rum. Die Teile halten ja kein Gewicht aus und ein wenig zu trinken brauchte ich ja auch. Das Nötigste hatte ich nun. Es bleibt zu sagen, dass es überwiegend das Gleiche gibt wie in Deutschland, bloß halt total anders. Oder kennt ihr ein Bekleidungsgeschäft, das im Keller ein wenig Nahrungsmittel verkauft?! Oder einen Laden, der ausschließlich Tiefkühlwaren anbietet? All das gibt es hier. Nicht zu vergessen die Tante Emma Läden, die es hier an jeder Ecke gibt und von Zeitung, Tee, Butter, Sandwiches, Süßigkeiten, Telefonkarten und nicht zu vergessen Bier verkaufen. Oh ja, Telefonkarten gab es von 5 Anbieter und ich weiss bis jetzt nicht, welche man für was einsetzen sollte.
    Möchte man leckeres Brot bekommen, so sollte man nicht nach Großbritannien fahren. Das sagte man mir ja schon vorher. Aber dass es hier wirklich nur Toastbrot gibt, damit hab ich nun nicht gerechnet. Die Essenskultur ist hier echt einfach „anders“. :) Zurück zu Hause versuchte ich mich am Internet. Keine Chance. Es gab zwar ein offenes Netz, aber die Übertragungsstärke war zu schwach. Also tigerte ich durchs Haus, bis ich irgendwann kurz ins Internet kam und einen Gruß nach Hause senden konnte. Da war ich ein wenig erleichtert, aber dennoch nicht froh hier in diesem Kaff zu sitzen. Von Schönheit kann man hier nicht sprechen, obwohl es bestimmt auch ein paar nette Ecken gibt. Abends ging es dann erstmal in den Pub mit einer Kommilitonin aus Deutschland, die seit letzten September hier schon studiert.
    Abends musste ich dann noch feststellen, dass nicht nur die Stecker anders sind als in Deutschland, was ich ja schon wusste, sondern auch die Lampenfassungen. Die sind schon anders hier, laufen im Winter mit Flipflops und ohne Jacke rum, rechnen in Unze, Fuß und was weiß ich noch. Das britische Pfund wiegt weniger als 500g und dann auch noch andere Lampenfassungen. Ich komme mir vor wie am anderen Ende der Welt.
    Und nun noch ein paar Fotos in der Gallery von meinem Zimmer und dem Rest des Hauses. ;) Enjoy it, aber erwartet nicht zu viel.

    Bald geht es los

    Montag, 2. Januar 2006

    Oh je, oh je, bald ist es soweit. Am 6. Januar um 19:30 Uhr geht es los. Mal wieder mit dem Bus, obwohl ich mir doch beim letzten Mal geschworen hatte so eine Himmelreise nicht nochmal anzugehen. Aber es ist halt die einzige Möglichkeit kostengünstig mit viel Gepäck auf die Insel zu kommen. Billigflieger bieten nur eine geringe Gepäckmitnahme oder man muss ordentlich draufzahlen. Zusätzlich habe ich keine Airline gefunden, die von einem akzeptablen Abflugort in “good old Germany” abliegt und dann in Cardiff landet.
    Wie dem auch sei, nun fahre ich mit Eurolines und kann 2 Koffer & Handgepäck mitnehmen. Was will man mehr? Nix, denn mehr kann ich eh nicht schleppen.
    Bis es endlich losgeht bleibt jedoch noch genug zu tun. Ich halt euch hier auf dem Laufenden. :)

    Erste Eindrücke aus Wales

    Samstag, 17. Dezember 2005

    Der erste Eindruck von Wales ist ja nun schon länger her (August 2005), aber nun komme ich endlich dazu euch ein wenig von der Gegend zu zeigen.

    Dienstags ging es los. Von Bremen aus war erstmal 1 Stunde und 20 Minuten Zugfahrt angesagt. Anschließend ging es mit Sack und Pack Richtung Busbahnhof in Osnabrück. Ok, der Bus kam an und war leer. Da ahnte noch keiner, dass wir die nächsten 6 Stunden noch durch Deutschland kurven sollten, wahr aber leider so. Nachdem wir dann die Grenze zu den Niederlanden passiert hatten, kam ein unfreiwilliger Halt und der erste Miteisende musste den Bus verlassen und die Reise nicht mehr fortsetzen. Aber das sollte nicht der Letzte sein. Bei der Passkontrolle in Calais wurde noch einer mit seiner kleinen Tochter aussortiert und mussten zurückbleiben.
    Juchu, auf der Fähre gab es gepolsterte Sitzreihen, wo ich mir einen netten Platz ergatterte und die Fahrt schlafend verbrachte.
    Ankunft in London um 6 Uhr morgens und 2 Stunden Wartezeit bis zum Anschlussbus nach Cardiff . Was macht man nach einer kurzen Nacht dort? Versuchen zu schlafen, die anderen schlafsuchenden Reisenden beobachten oder versuchen 20 Pence für die Toilette auftreiben zu können.
    Irgendwann war es dann soweit und der Bus fuhr auf den Busbahnhof in Cardiff. Von da aus ging es mit der Tram weiter nach Pontypridd bzw. Treforest. Dieser “Zug” ist echt ein Erlebnis. Später konnte ich in Erfahrung bringen, dass diese Züge von Schottland abgekauft wurden, da diese sich Neue gekauft hatten. Aber für Wales reichen die ja dann wohl doch noch… :)
    Da stand ich nun am Bahnhof, auf den die Uni so stolz ist. Direkt an der Uni ein eigener Bahnhof. Wow. :)

    University of Glamorgan

    Das Gebäude im Vordergrund ist die Anmeldestelle für Studenten. Das weisse Gebäude im Hintergrund ist die School of Computing. Dort werde ich dann vermutlich die Vorlesungen besuchen.
    Das ganze sieht sehr iydillisch aus, ist es teilweise auch, aber jeden morgen den Hügel zu Fuß hochwandern wird glaub ich auf Dauer eher nervig. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

    Dann ging es zu den Verantwortlichen in der Uni, damit eine Unterkunft für die nächsten 2 Tage gesichert werden konnte. Das Accomodation Office teilt die Zimmer ein und ich bekam ein Zimmer mit eigener Dusche und WC für satte 20 Pfund pro Nacht. Ein ordentlicher Preis, wenn man bedenkt, dass man sich die Küche mit 6 Mann teilen muss und auch kein Frühstück inbegriffen ist.

    Landschaft

    Aber egal, es war sauber und der Ausblick war auch schön, wie man auf dem Foto oben sehen kann. Also die Landschaft ist echt schön und sogar das Wetter war wider erwarten gut.
    Den Nachmittag über klärte ich das geplante Auslandssemester zusammen mit meinem Ansprechpartner aus der School of Computing. Es ist zwar immer noch nicht zu 100% amtlich, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass es dennoch klappt. Wenn es dann soweit kommen sollte, dann bin ich von Mitte Januar bis Ende Mai 2006 in Wales.

    Aber es gab ja noch mehr als die Uni dort. Am späten Nachmittag ging es dann nochmal nach Cardiff, damit man auch mal ein wenig von der Hauptstadt Wales sehen konnte. Ehrlich gesagt habe ich mir die Stadt anders vorgestellt. Irgendwie schöner und interessanter. Aber vielleicht war ich an den falschen Orten. Denn 2 Stunden reichen bestimmt nich aus um die ganze Stadt kennenzulernen. Einen schönen Blick auf die Cardiff Bay konnte ich dennoch erhaschen und diesen wollte ich euch nicht vorenthalten.

    Cardiff Bay

    Am anderen Tag war dann Wohnungsbesichtigung angesagt und zwischendurch ein wenig Erkundungstour durch Pontypridd. Leider musste ich da feststellen, dass die Vermieter von Räumen und Wohnungen es dort auf feste Verträge mit einer Laufzeit von September bis Juni abgesehen haben. Also hatte ich dort wenige aussichten bereits jetzt etwas zu finden.
    Durch einen Zufall lernte ich jedoch ein paar Portugiesen kennen, die in einem Haus waren, welches ich besichtigen wollte. Und das eine Mädel hatte ein Zimmer ab Januar abzugeben, da sie dann auch ins Ausland geht. Und somit habe ich nun auch schon eine Wohnung von Januar an gesichert. Dazu auch noch mit Internet über Wireless LAN.

    Also Pontypridd hat nicht so viel zu bieten und generell bin ich von den Häusern da etwas enttäuscht. Liegt aber wohl daran, dass es ein Kohleabbaugebiet ist und die Lebensverhältnisse nicht besonders gut sind. Aber vielleicht täuscht ja der erste Eindruck. Die Landschaft entschädigt einen auf alle Fälle. Selbst in Pontypridd gibt es schöne Stellen, so z.B. der River Taff.
    Abends ging es dann in ein nettes Pub in Treforest und da ging es richtig zur Sache, denn es war Karaoke-Night. Man musste dort keinen zum singen treten, denn die Leute standen vor dem “DJ” schlange, um die Wunschsongs abzugeben. Das Cider schmeckte auch gut und die Leute sind auch nett. Von daher lasse ich mich da mal überraschen.

    River Taff in Pontypridd

    Ob ich jedoch nochmal mit dem Bus die komplette Strecke fahren werde steht in den Sternen. Freuen werde ich mich darauf nicht. Denn die Rückreise war nicht angenehm. Die letzten 3 Tage in den Knochen ging es dann am Freitag wieder zurück nach Hause. Aber es sollte eine lange Reise werden. Der Bus nach London war zwar nicht so voll, aber ein schreiendes Kind hielt uns auf Trapp. In London dann erstmal wieder Wartezeit von 4 Stunden, welche sich auf 5 Stunden ausdehnte. Nachdem ich nun in Erfahrung gebracht habe, dass man auch noch einchecken musste, fing der Spaß erst an. Auf der Hinreise haben wir nirgends großartig eingecheckt sondern haben alles mit den Busfahrern direkt geklärt. Egal, also diesmal mit Einchecken, Passkontrolle und Nummer um den Koffer. Dann auf zum Bus. Hm, da standen so viele und an dem eigentlichen Gate stand ein anderer Bus. Aber wo war denn dann nun der Bus nach Osnabrück? Er hatte sich hinter dem Anderen versteckt und war voll. Hinter mir stand noch eine 6 köpfige indische Familie, die nichts besseres zu tun hatte als zu drängeln und eigentlich keinen Plan hatte, was die wollten. Endlich einen Sitzplatz im Bus ergattert, total müde und genervt, wurde ich direkt von einem British Army Soldat angesprochen. Diese Unterhaltung dauerte dann bis zu Fähre und ich bin nun über seine Familienverhältnisse aufgeklärt… :)
    Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schön ein Bett sein kann, wenn man 27 Stunden Zug, Bus, Bus, Fähre, Bus, Zug hinter sich hat. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung. Ob man die nochmal machen muss… ich bin mir nicht sicher. :)