Bridgend Celtic Parade
Weiter geht’s im Laufschritt, denn es ist ja nicht mehr lange bis zu meiner Abreise. Also ging es nach Bridgend. Kommen wir direkt zu der Betonung dieser Stadt, damit man euch auch versteht und ihr nicht so angeschaut werdet wie ich, als ich im Zug das Ticket kaufen wollte. Na, wie würdet ihr Bridgend aussprechen? Etwa Bridge End (bridsch änd) oder vielleicht doch eher Bridgeeeeeeend (bridschääänd)? Richtig ist übrigens letztere Aussprache und danach klappte es auch mit dem Bahnpersonal.
Der Weg dahin führte uns durch die Hügel im Süden von Wales und vorbei an Wäldern und Wiesen mit ganz vielen Schafen. Bridgend selber ist ein kleines Städtchen und die Fußgängerzone wirkt im Vergleich zu Pontypridd richtig gemütlich und einladend. Ok, Pontypridd als Vergleich ist auch nicht der Knaller, aber davon könnt ihr euch zum Glück auch nicht persönlich überzeugen.
Aber wo war denn nun die Celtic Parade? Ich dachte hier wäre richtig viel los? Nööö, eher wenig für einen Samstagvormittag. Und dann drangen klackernde Geräusche in mein Ohr und schon standen wir vor der ersten Attraktion. Wie wir nachher erfuhren handelte es sich bei der Gruppe um Mädchen der Isle of Man, welche wir nachher jedoch nicht noch mal sahen. Ich war auch nicht schnell genug mit der Kamera und von daher gibt es von Ihnen kein Foto. Weiter ging es durch die Fußgängerzone und überdachten Einkaufspassagen. Irgendwo musste doch das eigentliche Festival sein. Naja, wir erfuhren dann von Bethan, die wir zwischendurch trafen und eine traditionelle walisische Tracht trug, dass es sich um ein Treffen einiger keltischer Gruppen handelt und diese in der Mittagszeit durch die Straßen ziehen und hier und da ein wenig von den Landestraditionen zeigen.
Das eigentliche Event wäre in Porthcawl, wo am Abend ein Konzert statt fand. Na, das wussten wir ja vorher nicht. Schade, aber dann hatten wir doch noch ein wenig Glück und wir erwischten die Schotten mit ihren Dudelsäcken und Trommeln, ein paar musizierende Iren und tanzende Waliser.
Ach, da hätte ich ja fast das Ehepaar aus der Normandie vergessen, die man an der etwas eleganteren Tracht erkennen konnte. Eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse könnt ihr in diesem Video (*klick*) sehen.
Was gab es in Bridgend denn noch so? Hm, nicht so viel, aber auf einem Hügel entdeckten wir einen Kirchturm. Da wollten wir dann noch hin und unser Glück versuchen. Auf dem Weg hörten wir Lautsprecherdurchsagen und grölende Menschen. Oh, sollte das etwa eine Pferderennbahn sein? Nein, es war ein Rugby-Stadion und die Akteure, Teenies um die 16 betraten das Spielfeld. Da war richtig was los. Unglaublich, denn wie viele Leute schauen sich in Deutschland den Jugendsport an? Dort wurde jedoch richtig viel geboten. Den Stadionsprecher, die grölenden Menschen und die Musik in den Pausen hörten wir noch, als wir den Weg zur Kirche hinaufstiegen. Oben angekommen folgte die bittere Erkenntnis, dass auch diese Kirche verrammelt und verriegelt war. Naja, also blieb uns nur die Umrundung des Friedhofs.
Als wir an der Haupttür vorbei kamen hörten wir von innen Raschelgeräusche und dann wieder Stille. Aber die Tür war immer noch zu. Tja, das war bestimmt ein Geist, der die Kirch
e beschützt.
Die Briten glauben echt an so was. Sogar auf der BBC-Seite gibt es eine Webcam vom Llanchaiach Manor Haus und man kann nachts auf der Webcam angeblich Geister bestaunen. Wenn ich 5 Pints Cider trinke sehe ich da vielleicht auch was.
Hinter der Kirche findet man die Ruinen des Castle Newydd bzw. Newcastle.
Das war also Bridgend und das Celtic Festival.