C wie Cardiff …
… oder wie cool. Ja, das war es am letzten Wochenende. Ich weiss, es war bei weitem nicht so kalt wie in Deutschland, aber für die walisischen Verhältnisse schon, denn ich konnte keine Menschen Seele mehr mit T-Shirt erblicken, obwohl das hier normal zu sein scheint. Vielleicht ist es ja der letzte Schrei mit T-Shirt Schal und Handschuhen aufzutreten, aber selbst diese Kuriositäten sah ich am Wochenende in Cardiff nicht. And der Uni trifft man so was auch eher mal an. Oder was noch viel lustiger aussieht – Mädels in Leggins mit Rüschenrock drüber und Moon Boots – auch das ist hier kein Einzelfall.
Also ok, kommen wir zum Wesentlichen: Cardiff entdecken!!! Was stand denn nun alles auf dem Plan? Ich hatte mir vorgenommen das Castle, die St. John Baptist Parish Church und das National Museum zu besichtigen und ein wenig Shopping zu betreiben. Aber zuerst wollte ich zur Touristeninformation. Alles eingezeichnet in meinem Wales-Reiseführer und sogar mit Mini-Karte. Bloß war da keine Touristen-Information wo sie auf der Karte eingezeichnet war. Naja, egal, laufe ich halt so ein wenig rum. Irgendwann wird sich schon was erblicken lassen.
Ui, da ist ja direkt ein Kino in der Nähe vom Bahnhof. Mal schauen was da so läuft. Interessant, hier läuft schon „Underworld 2“ und „The New World“. Na schmachtet ihr schon, weil er bei euch noch nicht läuft? Aber wie oft fährt man denn extra nach Cardiff um ins Kino zu gehen? Muss ich mal demnächst mit ner abendlichen Tour durch die Stadt erkunden. Aber spätestens um 23.26 ist Ende, denn da fährt der letzte Zug zurück nach Pontypridd und am nächsten Morgen fährt der nächste erst um 9.00 Uhr. Die Discos schließen jedoch um 2.00 oder spätestens 3.00 Uhr.
Ok, weiter geht’s Richtung Queen Street. Vorbei an Howells, einem Bekleidungsgeschäft aus dem ich am liebsten schreiend rausgelaufen wäre. Irgendwie überhaupt nicht mein Geschmack. Und auf einmal sehe ich da einen Wegweiser. Total verwirrend, in alle Richtungen Pfeile und ich würde am liebsten in alle Richtungen laufen. Castle, Church, Tourist Information, National Museum. Ok, mittlerweile war mir die Tourist Information egal und es zog mich zum Castle. Aber vorher musste ich noch in den Cardiff Market. Komisches Teil, ähnelt einem Basar, wo sämtlicher Ramsch angeboten wird. Schnell ein Foto machen und wieder raus.
Ui, da ist eine kleine überdachte Straße und sieht recht schnuckelig aus. Gleich mal rein. Hm, komische Shops, aber ich folge der Musik – Dudelsack – da muss irgendwo ein Ausgang sein und da ist was los. Juchu, es sind wirklich Dudelsackspieler, aber was macht die Army hier? Und warum laufen die mit Eimern rum und wollen einem Geld aus der Tasche ziehen? Ich lasse mich nicht weiter stören und versuche euch ein kleines Video (*klick*), aufzunehmen, denn so was konnte ich mir ja nicht entgehen lassen. Die komischen Army-Soldaten machten mich total irre mit ihrer Eimer-Nachrennerei, so dass ich total vergaß, dass die John Baptist Parish Church nun offen hatte und ich mir die direkt ansehen könnte.
Ich lief also weiter und sah die Mauern des Cardiff Castle. Aber wo ist denn der Eingang? Ich lief natürlich die falsche Seite lang, obwohl es eigentlich die schönere Variante war. Ich spazierte durch den Bute Park, wenn ich mich nicht irre und es war wirklich ein herrliches Wetter, nur ein wenig zu windig. In einem walisischen Park dürfen Steine nicht fehlen und so fand ich auch in der Nähe einen Steinkreis. Irgendwann hatte ich die Burganlage fast komplett umrundet, als ich den Eingang erblickte. Na, dann mal rein in der Hoffnung, dass der Wind von den Mauern abgehalten wurde. Zu viel gehofft, denn es zog wie Hechtsuppe. Ich buchte direkt eine Führung mit, damit ich auch „best informed“ bin. Interessante Burg bzw. die Burg ja selber nicht, sondern eher die Wallanlage mit dem integrierten Wohngebäude. Die Zim
mer wurden in der viktorianischen Zeit von dem damals angeblich reichsten Mann der Welt neu eingerichtet bzw. er ließ sie für ein Vermögen neu einrichten. Wie kam dieser Mann an sein Reichtum? Durch Kohleexport. Da wären wir wieder bei der Kohle. Dreht sich hier denn alles darum?! Auf jeden Fall ließ er die Räume mit einem mittelalterlichen Flair und Prunk einrichten. Es trifft zwar nicht ganz meinen Geschmack, aber es war ganz schön pompös und sehr detailliert in Ausführungen, Gegenständen und Wandbemalungen. Leider durfte während der Führung nicht fotografiert werden, aber selbst wenn wäre das meiner Meinung nur für die interessant, die auch die Geschichte zu den Räumen kennen.
Anschließend stieg ich auf die eigentliche Burg und da war es verdammt eisig. Aber es war eine schöne Aussicht, was auf dem Video (*klick*), nur halb so gut rüber kommt. Das Gebäude, was mir am meisten ins Auge stach war das Millenium Stadium. Es ist glaub ich auch das neueste Gebäude in der Stadt und im Februar wird dort der Six Nations Cup ausgetragen. Ich hab mir so was sagen lassen, dass es sich dabei um das wichtigste Event im Rugby handelt und während dieser Zeit alle Pubs diese Spiele austragen und gefüllt sind.
Nach Cardiff sollte man dann möglichst nicht gehen auf Grund der Menschenmassen und dem Alkoholkonsum dieser. Die Touristenattraktionen haben dann sogar geschlossen aus Angst vor Randale. Na, dann bin ich ja gewarnt und schau mir das lieber hier im Pub an. Oder auch besser nicht nach meinem Erlebnis gestern. Dazu aber später mehr.
Nun gut, es war inzwischen 16 Uhr und die Geschäfte machen zwischen 17 und 18 Uhr zu. Übrigens nicht nur am Wochenende. :/
Die Kirche hatte schon zu und das National Museum lohnte sich auch nicht mehr. Und außerdem war ich halb erfroren. Ich bummelte noch ein wenig durch die Queen Street und einer Shopping Arcade, fand einen großen Buchladen und stöberte dort ein wenig.
So richtig begeistert hat mich die Stadt nicht, obwohl man muss ja auch sagen, dass es ein paar schöne Ecken gibt, die ich versucht habe in Fotos einzufangen.