„Ca alors“ and „frudedada“

Letzten Montag war es dann endlich soweit und ich hatte meinen ersten Tag in der Uni. Endlich wieder früh aufstehen! ;) Naja, der erste Tag ist ja bekanntlich nur zum Beschnuppern und dazu kam direkt die Ernüchterung: Allein mit 52 Franzosen, die aus 3 unterschiedlichen Städten in Frankreich kamen. Das kann ja was werden. Aber auch ein paar Mädels sind dabei. Dummerweise sind sie so kommunikativ wie ein Stück Brot. Das erste Gespräch war auch dann direkt das beste Beispiel, wie es hier abgeht. Ich wurde angesprochen, aber natürlich auf Französisch. Als ich ihm, sogar in seiner Landessprache, antwortete, dass ich nicht gut Französisch sprechen kann und er bitte auf Englisch mit mir reden sollte, da sagte er gar nix mehr, drehte sich um und sprach mit seinen Kommilitonen in seiner Landessprache weiter. Nun gut, am ersten Tag denkt man noch, dass es eine Eingewöhnungsphase benötigt. Aber die ganze Woche über besserte es sich nur leicht. Immerhin spricht jetzt ein Franzose mit mir und begrüßt wurde ich einen Tag sogar mit „Guten Morgen“. Vielleicht geschehen hier doch noch Wunder. :) Aber mich schreckt hier ja nix mehr ab. Immerhin weiss ich, in welchen Räumen ich wann zu sein habe und muss nicht wie die Lemminge ähm Franzosen in Gruppen suchen gehen. Die Damen und Herren haben es bis auf einen, der mir unscheinbar (20 m hinter mir) folgte, nicht fertig gebracht den Termin zu behalten und sind heute Morgen prompt im falschen Raum gelandet. Und wenn man sie was auf Englisch fragt, dann kann man auch ein Tonband 3 Mal laufen lassen, in der Hoffnung, dass sie es nach dem 3. Mal verstanden haben. Nein, ich bin nicht gehässig nur finde ich ein wenig Selbständigkeit angebracht. Es ist ja nicht so, dass sie schon das Trimester nicht bezahlen müssen, nein sie bekamen sogar die Wohnungen von der Uni zur Verfügung gestellt. Ok, diese müssen sie bezahlen, aber sie mussten sich um nichts kümmern. Die machen nun Kurse und wissen noch nicht einmal wie die Fächer heißen. Aber was nicht tötet härtet ab und ich box mich hier schon durch.
So lerne ich halt nebenbei noch Französisch und zu Hause ein paar portugiesische Worte. So heißt z.B. „frudedada“ (oder wie man das auch immer schreibt) Hufeisen. Keine Ahnung, wie wir darauf gekommen sind, aber man weiß sich ja zu helfen, wenn man das englische Wort nicht auf Anhieb weiß. Zur Not gibt es noch Hände und Füße. ;) Aber es gab diese Woche doch noch eine erfreulich Neuigkeit, denn ich muss dank den Franzosen nur bis Ende März in Wales verbringen und muss nach den Spring Breaks nicht wieder zurück. Juhu, also haben die Franzosen doch noch was Gutes, da sie nur bis Ende März bleiben und die Kurse nur für sie konzipiert wurden. Mit meinem Vermieter ist auch schon alles geklärt und somit bin ich am 1. April wieder in „good old Germany“. Und nein, das ist kein vorgezogener Aprilscherz! ;) Morgen geht es mit den International Students auf eine kleine Entdeckungsreise. Ziel ist ein Bergbaumuseum hier in der Nähe. Da bin ich mal gespannt. Die Digicam geht natürlich mit auf reisen und vielleicht kann ich euch am Sonntag schon mit neuen Fotos aus der Gegend erfreuen. Angeblich soll sogar das Wetter mitspielen. :) Ach, ich hab ja noch den tollen Pilates-Kurs noch gar nicht erwähnt. Ach, das mach ich dann morgen Abend. Ein wenig Spannung muss ja bleiben.

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