Die Reise
Es war einmal … *cut* - Also so kann man die Reise nicht beschreiben, aber dennoch könnte man davon ausgehen, dass alles wie in einem Film passierte.
Aber womit fing nun alles an? Ach ja, die fahrt nach Düsseldorf. Vor ein paar Tagen sagte euch ja noch, dass ich eh nicht mehr als einen Koffer, einen großen Rucksack und meine Notebook-Tasche schleppen könnte. Selbst das war fast unmöglich. Denn der Koffer war so schwer, dass er definitiv mehr als 35 Kilo wog, denn soviel hatte ich schon mal drin und das klappte halbwegs gut damals.
In Düsseldorf angekommen durfte ich mir auch direkt ein Bild davon machen, wie schwer das Gepäck nun wirklich ist, denn mit Rucksack und Koffer ging es dann erst mal quer über den Bahnhofsplatz und noch 2 Ecken weiter bis endlich der Busbahnhof zu sehen war. Dort wurde ich auch schon direkt von einer Britin angesprochen, ob man hier richtig stehen würde um nach London zu fahren.
Der Bus war sogar halbwegs pünktlich und er war ausgebucht bis auf den letzten Platz. Dementsprechend überfüllt war auch das Gepäckfach. Ein wenig Maulerei vom Busfahrer wegen dem schweren Koffer konnte mir da noch nichts anhaben. Immerhin stand nichts über Maximalgewicht in meinen Reiseunterlagen.
Ok, irgendwann kamen wir dann nach Maastricht und Brüssel in Calais an und dort mussten wir durch 2 Grenzkontrollen. Hier wurde schon klar, was uns auf der Insel erwarten sollte. Bei den Franzosen gab es 2 Reihen und alle knubbelte sich. Bei der britischen Kontrolle gab es nur eine einzige Reihe, die in Schlangenlinien durch den gesamten Raum führte. Am Ende dieser Stand ein Grenzbeamter, der mit einem netten „Hello“ und der entsprechenden Nummer vom Schalter, zu dem man dann gehen sollte, weitergeleitet wurde. Es war schon erschreckend, dass alle Personen aus EU-Ländern innerhalb von 10 Sekunden abgefertigt wurden und an den Schreibpulten zum Ausfüllen von Formularen sich die Massen häuften. Unser Bus war wie oben erwähnt ausgebucht und über die Hälfte der Leute mussten solche Scheine ausfüllen. Was wollen die nur alle da?!
Wir verließen Calais mit Sternenhimmel und wurden von Dover im Regen begrüßt. Wie passend dachte ich mir da. In London gab es dann um 6 Uhr den Zwischenstopp und man konnte sich ausgiebig erfrischen bevor es um 8 Uhr weitergehen sollte. Die Betonung liegt auf sollte. Es wäre ja zu einfach gewesen, wenn alles reibungslos verlaufen wäre. Da gehe ich vorsichtshalber zum Check In Schalter um mich zu vergewissern, dass ich keinen Check In benötige und mein Ticket ausreicht, obwohl keine Uhrzeit vermerkt ist und es beim letzten Mal deswegen Probleme gab. Und dann sagt mir der Busfahrer, dass er mich nicht mitnehmen kann, weil keine Uhrzeit drauf steht. Ja wo sind wir denn da? Ich solle mir beim Check In eine Platzreservierung holen. Ich also wieder zurück und der Kerl sagt mir, dass ich keine brauche. Nach langem hin und her schreibt er dann einfach ne Uhrzeit drauf reserviert den Platz nach und der Busfahrer ist mit dem Vermerk zufrieden.
Irgendwann kam ich dann in Cardiff an und von da aus mit dem Bummelzug nach Treforest. Für die Treppe brauchte ich dank meinem Gepäck eine Ewigkeit und ich musste mich dann in Treforest beeilen, denn ich war mit meinem Vermieter verabredet. Also kroch ich mit meinem Gepäck den Hügel hinauf.
Genio, mein Vermieter hatte mir extra die Heizung am Vorabend eingeschaltet, weil meine Mitbewohner noch im Winter- bzw. Heimaturlaub sind. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Alleine im Haus und das schlimmste war ja, dass ich kein Internet hatte, da ich die Zugangsdaten für das WLAN nicht habe und es vermutlich ausgeschaltet ist.
Naja, aber da gab es keine Zeit zum Schmollen, denn ich musste mir ja noch was zu Essen besorgen. Die meisten Geschäfte machen hier am Samstag um 17 Uhr zu oder sogar noch früher?! Also auf nach Pontypridd – zu Fuß!!! Als hätte ich nicht schon genug geschlappt, so trug ich nach dem Einkauf 5 kleine T
üten mit mir rum. Die Teile halten ja kein Gewicht aus und ein wenig zu trinken brauchte ich ja auch. Das Nötigste hatte ich nun. Es bleibt zu sagen, dass es überwiegend das Gleiche gibt wie in Deutschland, bloß halt total anders. Oder kennt ihr ein Bekleidungsgeschäft, das im Keller ein wenig Nahrungsmittel verkauft?! Oder einen Laden, der ausschließlich Tiefkühlwaren anbietet? All das gibt es hier. Nicht zu vergessen die Tante Emma Läden, die es hier an jeder Ecke gibt und von Zeitung, Tee, Butter, Sandwiches, Süßigkeiten, Telefonkarten und nicht zu vergessen Bier verkaufen. Oh ja, Telefonkarten gab es von 5 Anbieter und ich weiss bis jetzt nicht, welche man für was einsetzen sollte.
Möchte man leckeres Brot bekommen, so sollte man nicht nach Großbritannien fahren. Das sagte man mir ja schon vorher. Aber dass es hier wirklich nur Toastbrot gibt, damit hab ich nun nicht gerechnet. Die Essenskultur ist hier echt einfach „anders“.
Zurück zu Hause versuchte ich mich am Internet. Keine Chance. Es gab zwar ein offenes Netz, aber die Übertragungsstärke war zu schwach. Also tigerte ich durchs Haus, bis ich irgendwann kurz ins Internet kam und einen Gruß nach Hause senden konnte. Da war ich ein wenig erleichtert, aber dennoch nicht froh hier in diesem Kaff zu sitzen. Von Schönheit kann man hier nicht sprechen, obwohl es bestimmt auch ein paar nette Ecken gibt. Abends ging es dann erstmal in den Pub mit einer Kommilitonin aus Deutschland, die seit letzten September hier schon studiert.
Abends musste ich dann noch feststellen, dass nicht nur die Stecker anders sind als in Deutschland, was ich ja schon wusste, sondern auch die Lampenfassungen. Die sind schon anders hier, laufen im Winter mit Flipflops und ohne Jacke rum, rechnen in Unze, Fuß und was weiß ich noch. Das britische Pfund wiegt weniger als 500g und dann auch noch andere Lampenfassungen. Ich komme mir vor wie am anderen Ende der Welt.
Und nun noch ein paar Fotos in der Gallery von meinem Zimmer und dem Rest des Hauses.
Enjoy it, aber erwartet nicht zu viel.