Der erste Eindruck von Wales ist ja nun schon länger her (August 2005), aber nun komme ich endlich dazu euch ein wenig von der Gegend zu zeigen.
Dienstags ging es los. Von Bremen aus war erstmal 1 Stunde und 20 Minuten Zugfahrt angesagt. Anschließend ging es mit Sack und Pack Richtung Busbahnhof in Osnabrück. Ok, der Bus kam an und war leer. Da ahnte noch keiner, dass wir die nächsten 6 Stunden noch durch Deutschland kurven sollten, wahr aber leider so. Nachdem wir dann die Grenze zu den Niederlanden passiert hatten, kam ein unfreiwilliger Halt und der erste Miteisende musste den Bus verlassen und die Reise nicht mehr fortsetzen. Aber das sollte nicht der Letzte sein. Bei der Passkontrolle in Calais wurde noch einer mit seiner kleinen Tochter aussortiert und mussten zurückbleiben.
Juchu, auf der Fähre gab es gepolsterte Sitzreihen, wo ich mir einen netten Platz ergatterte und die Fahrt schlafend verbrachte.
Ankunft in London um 6 Uhr morgens und 2 Stunden Wartezeit bis zum Anschlussbus nach Cardiff . Was macht man nach einer kurzen Nacht dort? Versuchen zu schlafen, die anderen schlafsuchenden Reisenden beobachten oder versuchen 20 Pence für die Toilette auftreiben zu können.
Irgendwann war es dann soweit und der Bus fuhr auf den Busbahnhof in Cardiff. Von da aus ging es mit der Tram weiter nach Pontypridd bzw. Treforest. Dieser “Zug” ist echt ein Erlebnis. Später konnte ich in Erfahrung bringen, dass diese Züge von Schottland abgekauft wurden, da diese sich Neue gekauft hatten. Aber für Wales reichen die ja dann wohl doch noch… 
Da stand ich nun am Bahnhof, auf den die Uni so stolz ist. Direkt an der Uni ein eigener Bahnhof. Wow.

Das Gebäude im Vordergrund ist die Anmeldestelle für Studenten. Das weisse Gebäude im Hintergrund ist die School of Computing. Dort werde ich dann vermutlich die Vorlesungen besuchen.
Das ganze sieht sehr iydillisch aus, ist es teilweise auch, aber jeden morgen den Hügel zu Fuß hochwandern wird glaub ich auf Dauer eher nervig. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.
Dann ging es zu den Verantwortlichen in der Uni, damit eine Unterkunft für die nächsten 2 Tage gesichert werden konnte. Das Accomodation Office teilt die Zimmer ein und ich bekam ein Zimmer mit eigener Dusche und WC für satte 20 Pfund pro Nacht. Ein ordentlicher Preis, wenn man bedenkt, dass man sich die Küche mit 6 Mann teilen muss und auch kein Frühstück inbegriffen ist.
Aber egal, es war sauber und der Ausblick war auch schön, wie man auf dem Foto oben sehen kann. Also die Landschaft ist echt schön und sogar das Wetter war wider erwarten gut.
Den Nachmittag über klärte ich das geplante Auslandssemester zusammen mit meinem Ansprechpartner aus der School of Computing. Es ist zwar immer noch nicht zu 100% amtlich, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass es dennoch klappt. Wenn es dann soweit kommen sollte, dann bin ich von Mitte Januar bis Ende Mai 2006 in Wales.
Aber es gab ja noch mehr als die Uni dort. Am späten Nachmittag ging es dann nochmal nach Cardiff, damit man auch mal ein wenig von der Hauptstadt Wales sehen konnte. Ehrlich gesagt habe ich mir die Stadt anders vorgestellt. Irgendwie schöner und interessanter. Aber vielleicht war ich an den falschen Orten. Denn 2 Stunden reichen bestimmt nich aus um die ganze Stadt kennenzulernen. Einen schönen Blick auf die Cardiff Bay konnte ich dennoch erhaschen und diesen wollte ich euch nicht vorenthalten.

Am anderen Tag war dann Wohnungsbesichtigung angesagt und zwischendurch ein wenig Erkundungstour durch Pontypridd. Leider musste ich da feststellen, dass die Vermieter von Räumen und Wohnungen es dort auf feste Verträge mit einer Laufzeit von September bis Juni abgesehen haben. Also hatte ich dort wenige aussichten bereits jetzt etwas zu finden.
Durch einen Zufall lernte ich jedoch ein paar Portugiesen kennen, die in einem Haus waren, welches ich besichtigen wollte. Und das eine Mädel hatte ein Zimmer ab Januar abzugeben, da sie dann auch ins Ausland geht. Und somit habe ich nun auch schon eine Wohnung von Januar an gesichert. Dazu auch noch mit Internet über Wireless LAN.
Also Pontypridd hat nicht so viel zu bieten und generell bin ich von den Häusern da etwas enttäuscht. Liegt aber wohl daran, dass es ein Kohleabbaugebiet ist und die Lebensverhältnisse nicht besonders gut sind. Aber vielleicht täuscht ja der erste Eindruck. Die Landschaft entschädigt einen auf alle Fälle. Selbst in Pontypridd gibt es schöne Stellen, so z.B. der River Taff.
Abends ging es dann in ein nettes Pub in Treforest und da ging es richtig zur Sache, denn es war Karaoke-Night. Man musste dort keinen zum singen treten, denn die Leute standen vor dem “DJ” schlange, um die Wunschsongs abzugeben. Das Cider schmeckte auch gut und die Leute sind auch nett. Von daher lasse ich mich da mal überraschen.

Ob ich jedoch nochmal mit dem Bus die komplette Strecke fahren werde steht in den Sternen. Freuen werde ich mich darauf nicht. Denn die Rückreise war nicht angenehm. Die letzten 3 Tage in den Knochen ging es dann am Freitag wieder zurück nach Hause. Aber es sollte eine lange Reise werden. Der Bus nach London war zwar nicht so voll, aber ein schreiendes Kind hielt uns auf Trapp. In London dann erstmal wieder Wartezeit von 4 Stunden, welche sich auf 5 Stunden ausdehnte. Nachdem ich nun in Erfahrung gebracht habe, dass man auch noch einchecken musste, fing der Spaß erst an. Auf der Hinreise haben wir nirgends großartig eingecheckt sondern haben alles mit den Busfahrern direkt geklärt. Egal, also diesmal mit Einchecken, Passkontrolle und Nummer um den Koffer. Dann auf zum Bus. Hm, da standen so viele und an dem eigentlichen Gate stand ein anderer Bus. Aber wo war denn dann nun der Bus nach Osnabrück? Er hatte sich hinter dem Anderen versteckt und war voll. Hinter mir stand noch eine 6 köpfige indische Familie, die nichts besseres zu tun hatte als zu drängeln und eigentlich keinen Plan hatte, was die wollten. Endlich einen Sitzplatz im Bus ergattert, total müde und genervt, wurde ich direkt von einem British Army Soldat angesprochen. Diese Unterhaltung dauerte dann bis zu Fähre und ich bin nun über seine Familienverhältnisse aufgeklärt… 
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schön ein Bett sein kann, wenn man 27 Stunden Zug, Bus, Bus, Fähre, Bus, Zug hinter sich hat. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung. Ob man die nochmal machen muss… ich bin mir nicht sicher. 